WhatsApp & Datenschutz - Wie sicher ist WhatsApp noch?

19. Januar 2021Lesezeit: 3 min

WhatsApp

WhatsApp

WhatsApp ist ein populärer Messengerdienst, welcher im Jahr 2014 von Facebook gekauft wurde. Zum neuen Jahr 2021 hat WhatsApp seine AGB verändert, in welcher das Teilen von Daten mit Facebook nun unumgänglich ist. Und doch bleibt WhatsApp einer der beliebstesten Messengerdienst in Deutschland, vor allem bei den 16 - 24 Jährigen.

Doch wie sicher ist WhatsApp wirklich noch? Und was kann ich dafür tun, um noch sicherer zu kommunizieren? Alles zum Thema Sicherheit, Transparenz und Datenspeicherung bei WhatsApp finden Sie hier:

Sicherheit

WhatsApp bietet seit 2016 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für seine Nutzer an. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, dass die Nachrichten beim Sender verschlüsselt werden und erst wieder beim Empfänger erfolgreich entschlüsselt werden.

Der Verschlüsselungs-Algorithmus basiert auf dem Signal-Protokoll und ist damit prüfbar, ganz im Gegensatz zu Telegram. Durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann sicher gestellt werden, dass nur Absender und Empfänger die Nachricht(en) erhalten. Doch Vorsicht, denn nur wenn beide Parteien die aktuellste Version haben, sind die Chat-Nachrichten gesichert.

Allerdings hat WhatsApp auch weniger erfreuliche Sicherheitsmerkmale: So werden Metadaten (wie der Standort und wann du bestimmte Nachrichten an jemanden schickst) von WhatsApp gespeichert und direkt an Facebook weitergegeben. Durch die Sammlung von Metadaten geben wir viel über uns als Person preis, so kann man z.B. rückschließen, dass wenn jemand schnell und auch noch spät nachts auf die Nachrichten einer Person antwortet, diese uns wahrscheinlich sehr nahe steht. Die Sammlung dieser Daten wird „Profiling“ genannt.

Denn wenn eine App kostenlos ist, dann sind immer die Nutzer das Produkt. Das ist bei WhatsApp auch der Fall: Wir geben freiwillig unsere Daten preis und WhatsApp und somit Facebook erwirtschaftet damit Gewinn. Wer mehr dazu erfahren will, sollte sich die Dokumentation „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ anschauen.


Das Dilemma mit den sozialen Medien



Datenspeicherung & Transparenz

Zurück zu WhatsApp, neben den Metadaten speichert WhatsApp außerdem das komplette Kontaktbuch eines Nutzers und auch die Chat-Inhalte in Form des Backups. Laut AGB sollte der Nutzer von jedem Kontakt die Zustimmung einholen, seine Daten mit WhatsApp zu teilen. Kaum einer tut dies allerdings. Auch wenn also die Chat-Nachrichten nicht gespeichert werden, so liegen sie doch (zusammen mit allen Metadaten und all seinen Kontakten) in Form des Backups auf amerikanischen WhatsApp-Servern.

Man sollte sich ebenso bewusst sein, dass all seine Daten auf amerikanischen Servern liegen, wo amerikanische Gesetzmäßigkeit vorliegt und amerikanische Datenschutzgesetze gelten, welche nicht mit deutschen Datenschutzgesetzen vergleichbar sind.

Ein positives Merkmal hat WhatsApp jedoch in Bezug zu seinem Verschlüsselungsprotokoll: So benutzt WhatsApp ein bekannten Verschlüsselungsalgorithmus, das Signal-Protokoll, welches ein quelloffenes Protokoll ist und als sehr sicher gilt. Es wurde von internationalen Sicherheitsexperten entwickelt und wird ebenfalls in der Messenger-App Signal genutzt. Weiteres zum Signal-Protokoll finden Sie hier in einem Blog-Artikel von Boxcryptor.

3 Tipps, um den Austausch mit WhatsApp sicherer zu machen:


  • 1. Die App auf dem neuesten Stand halten

  • Klingt simpel - und das ist es auch. Sobald Updates eintrudeln, ganz einfach aktualisieren.


  • 2. Chat-Backup vermeiden

  • Chat-Backups werden von Whatsapp zu externen Clouds wie Google ausgelagert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung komplett wegfällt. Wenn ein Backup also nicht zwingend notwendig ist, dann idealerweise nicht davon Nutzen machen.


  • 3. Sicherheitsnummer aktivieren

  • Noch nie von einer Sicherheitsnummer gehört? Kein Problem! Jeder Nutzer hat auf WhatsApp seine eigene Sicherheitsnummer. Wenn du die Einstellung anschaltest, wird dir angezeigt, sobald sich die Sicherheitsnummer von einem deiner Kontakte ändert. So schützt du dich vor sogenannten “Man-in-the-Middle-Attacken”, sprich einer dritten unberechtigten Person zwischen dir und dem (eigentlichen) Empfänger.


WhatsApp Screenshot



Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass WhatsApp als Messengerdienst aus verschiedenen Gründen als „unsicher“ einzustufen ist. Obwohl Chat-Nachrichten verschlüsselt werden, werden Metadaten, das Kontaktbuch und das Chat-Backup von Whatsapp gespeichert und die Daten (unter anderem mit Facebook) verarbeitet.
Wer seine Daten nicht an Facebook weitergeben möchte, sollte sich lieber nach einem anderen sicheren Messengerdienst (wie Signal oder Threema) umschauen.